Die digitale ’sharing economy‘

Die digitale sharing economy oder share economy bietet die Möglichkeit für neue Geschäftsmodelle, die aber auch Probleme erzeugen können.  

Durch den digitalen Wandel in der Marktwirtschaft ‚beschleunigen sich die Transaktionen’, während gleichzeitig ‚die Transaktionskosten sinken’. Folglich treffen sich Angebot und Nachfrage immer öfters virtuell oder in digitalen Medien. Zum Beispiel erledigen viele von uns heutzutage unzählige Bank- und Kaufgeschäfte online. Außerdem ermöglicht es die mobile, digitale Kommunikation, Informationen aller Art in Sekundenschnelle sowie an verschiedenen Orten abzurufen.

Im Zuge der Digitalisierung werden auch die wirtschaftlichen Akteure häufig zu sogenannten Prosumenten, die Konsumenten und Produzenten zugleich sind. Daneben entwickeln sich neue Geschäftsmodelle und Formen der Wertschöpfung. Eine von diesen trägt die Bezeichnung share economy oder sharing economy.

Die digitale „Ökonomie des Teilens”

Den Begriff sharing economy definiert Prof. Dr. Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon als „das systematische Ausleihen von Gegenständen und gegenseitige Bereitstellen von Räumen und Flächen, insbesondere durch Privatpersonen und Interessengruppen”. Mit anderen Worten nutzen Konsumenten im Sinne der „Ökonomie des Teilens” meistens das Eigentum eines Anbieters oder von Anbietern vorübergehend. Zentral im Vordergrund steht dabei der „Gemeinschaftskonsum”.

Für die Verbreitung solcher Wirtschaftsmodelle sorgen die elektronischen Plattformen, die sozialen Medien oder allgemein die digitalen Vernetzungen. Dementsprechend ist die „Ökonomie des Teilens” auf die Digitalisierung angewiesen. Insgesamt hat die digitale sharing economy jedoch das Potential, die nationale und damit auch die regionale Wirtschaft zu transformieren. Einen Vorgeschmack geben neuartige Unternehmen.

In den letzten 10 Jahren kamen beispielsweise in der Immobilien- und Mobilitätsbranche neue digitale Angebote hinzu – die 2008 gegründete Online-Plattform Airbnb und der 2009 ins Leben gerufene US-Fahrdienstleister Uber. Letzterer vermittelt Kunden in mehreren Ländern mit Hilfe von Apps private Fahrer. Hingegen bietet Airbnb  Vermittlungsdienste für Privatpersonen an, damit diese ihre Wohnungen anderen Personen vorübergehend zur Verfügung stellen können. Beide nehmen für ihre Dienste nur eine Gebühr und fungieren somit in der digitalen sharing economy als Vermittler oder ‚Mittelsmänner’.

Uber sozialstaatliche Regulierungen hinweg

In der flüchtigen Onlinewelt ist aber die Besteuerung von solchen Unternehmen äußerst schwierig. Eigentlich agieren die Akteure der digitale sharing economy potentiell frei von sozialstaatlichen Regulierungen, weil für Kunden das Zahlen der Mehrwertsteuer und sonstiger Beiträge wegfällt.

Zudem entstehen arbeitsrechtliche Fragestellungen und Schwierigkeiten mit Versicherungen – zum Beispiel durch die nicht vorhandenen Bescheinigungen der privaten Uber-Fahrer. Indem Unternehmen wie Uber oder Airbnb infolgedessen Dienstleistungen zu wesentlich günstigeren Konditionen und jenseits der traditionellen Regeln des Sozialstaates verrichten, erzeugen sie – abgesehen von einer problematischen Wettbewerbssituation – einen unangenehmen Konkurrenzdruck für reguläre Taxi-Unternehmen und Hoteliers.

Letztendlich wurde unter anderem UberPop mit privaten Fahrern in Deutschland verboten. Probleme hat auch Airbnb in Berlin. Doch sind Verbote angemessene Maßnahmen, um den Herausforderungen der digitalen sharing economy zu begegnen? Wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Digitalisierung unaufhaltsam ist und anderen Regeln folgt, muss man Zweifel an diesem Vorgehen anmelden.

Der Möglichkeitsspielraum der sharing economy und des „KAppitalismus”

Obwohl die Gefahr des mangelnden Kundenschutzes, der Selbstausbeutung oder Schwarzarbeit besteht, ebnen diese Geschäftsmodelle neben neuen Arbeitsmöglichkeiten den Weg zu einem effizienteren Umgang mit existierenden Ressourcen. Das trifft besonders für Menschen in dünn besiedelten Regionen zu. Angenommen dort wäre es schwer Hotels oder Transportdienste zu finden, hätte man aufgrund der Angebote der sharing economy einen größeren Möglichkeitsspielraum. Ergänzend dazu erlauben möglicherweise Online-Rankings Kundenschutz und Qualitätssicherung.

Es existieren darüber hinaus noch zahlreiche andere Formen der sharing economy wie Carsharing-Modelle und Musiktauschbörsen, die von Online-Plattformen oder der Kommunikation via App abhängig sind. In Anspielung auf die Vermittlung von Dienstleistungen via App verwendet der medial präsente Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung Roland Tichy den Begriff „KAppitalismus“.

Es bleibe mal dahingestellt, ob sich der Begriff zusammen mit der sharing economy eignet, um die Entwicklung im Zuge der Digitalisierung zu fassen. Dennoch werden damit die digitalen Veränderungen der Wirtschaft angedeutet.

Quellen:

Weitere umfangreiche Beiträge zur sharing economy finden sich hier  oder hier

Dieser Blog-Artikel stützt sich u. a. auf ein Kapitel des folgenden Buches:

Oermann, Nils Ole: Wirtschaftsethik. Vom freien Markt bis zur Share Economy. München: C.H. Beck 2015. 

Die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die nationale und regionale Wirtschaft

Die Digitalisierung wirkt sich erheblich auf die gesamte Wirtschaftswelt aus. Infolge des digitalen Wandels ergeben sich – sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene –  zahlreiche Veränderungen und Innovationschancen für den Dienstleistungsbereich, die Industrie sowie die Marktwirtschaft insgesamt.   

Digitale Technologien, digitale Medien und eine digitale Infrastruktur verändern unseren Alltag. Hochleistungscomputer, das Internet, zahlreiche Apps, intelligente Maschinen, 3D-Drucker und andere Innovationen ermöglichen uns Menschen im 21. Jahrhundert die Überwindung von physischen und geographischen Grenzen. Entsprechend schreitet die damit einhergehende Digitalisierung unaufhaltsam voran. Sie eröffnet dabei ungeahnte Innovationschancen.

Vom technischen Standpunkt aus versteht man unter Digitalisierung den Prozess der Umwandlung von analogen Informationen oder Signalen jedweder Art (d.h. Texte, Laute, Töne, Bilder etc.) in digitale Formate. In diesem Zusammenhang sind die Informationen als Bits bzw. binary digits codiert. Ein Bit enthält nur einen von zwei binären Werten. Folglich hat ein Bit entweder den Wert „binäre Null / 0” oder den Wert „binäre Eins / 1”. Diese Werte repräsentieren wiederum zwei unterschiedliche Zustände (z.B. wahr / falsch, ein / aus etc.).

Einsen und Nullen kann man sozusagen als die ‚Muttersprache’ von Computern und verwandten Geräten bezeichnen. Einfach ausgedrückt operieren oder ‚rechnen’ Computer auf der Basis von Binärcodes, bei denen Informationen durch Sequenzen aus den zwei verschiedenen Binärziffern 0 und 1 dargestellt werden.

Neben der Umwandlung von Informationen in digitale Formate oder der digitalen Modifikation von Geräten, Instrumenten und Fahrzeugen umfasst der Begriff Digitalisierung noch eine weitere Bedeutung. So bezieht sich Digitalisierung auch auf die digitale Wende oder den digitalen Wandel. Allgemein lässt sich der digitale Wandel folgendermaßen definieren:

„Die digitale Transformation (auch „digitaler Wandel“) bezeichnet einen fortlaufenden, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess, der als Digitale Revolution die gesamte Gesellschaft und in wirtschaftlicher Hinsicht speziell Unternehmen betrifft.” (Quelle: Wikipedia; eine ähnliche Definition findet sich im Gründerszene-Lexikon.)

Somit erfassen die durch die fortschreitende Digitalisierung in Gang gesetzten Veränderungen sämtliche Gesellschaftsgruppen auf nationaler wie regionaler Ebene.

Gleichzeitig wirkt sich der digitale Wandel erheblich auf die nationale und regionale Wirtschaft aus. Dies hängt mit den ‚einzigartigen’ Eigenschaften der Digitalisierung in unserer ‚Informationsgesellschaft’ zusammen.

Für die Digitalisierung gelten andere Gesetze

Während unser menschliches Leben sowie alle physischen Objekte natürlichen Gesetzen unterworfen sind, folgt die Digitalisierung keinen herkömmlichen Regeln. Im Gegensatz zu normalen Alltagsgütern sind nämlich digitalisierte Informationen „nicht aufbrauchbar” und ziemlich billig bei der Vervielfältigung.

Die Wirtschaftswissenschaftler Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee verdeutlichen diese und einige andere Eigenschaften der „allumfassenden Digitalisierung” in ihrem Buch The Second Machine Age (2014). Ihre Überlegungen basieren unter anderem auf Gordon Moores Gesetz, wonach sich die Computerleistung alle zwei Jahre verdoppelt.

Demzufolge steigert sich laut ihnen die Computerleistung exponentiell (oder besonders schnell), so dass Computer samt Zubehör eine höhere Download-Geschwindigkeit, Speicherkapazität, Prozessorgeschwindigkeit und Energieeffizienz aufweisen. Zudem werden sie kleiner, dichter, wesentlich kostengünstiger und damit für die Allgemeinheit erschwinglicher.

Vor dem Hintergrund der irgendwann erreichten physischen Grenzen im Falle weiterer Verdichtungen prognostizieren allerdings Fachleute (einschließlich Moore selbst) ein Ende des Mooreschen Gesetzes. Ebenso wird ein Versiegen der Rechenkapazität prophezeit. Jedoch ist Moores Gesetz laut Brynjolfsson und McAfee deshalb so langlebig, weil man ständig neue Umgehungsmethoden entdeckt hat, um den physischen Limits oder Grenzen auszuweichen.

Jedenfalls bringt das exponentielle Wachstum der Computerleistung für die gesamte Marktwirtschaft weitreichende Konsequenzen mit sich. Bereits jetzt sind die Folgen des digitalen Wandels für jeden mehr als offensichtlich. Sie betreffen vor allem den Kommunikations-, Medien- und Dienstleistungsbereich.

Neue Wege des Wirtschaftens – Die Folgen des digitalen Wandels für die Marktwirtschaft 

Sowohl gemäß den vorherigen Ausführungen als auch den Worten des Ethikprofessors Nils Ole Oermann führt die Digitalisierung der Marktwirtschaft im Zuge des digitalen Wandels zu einer „Beschleunigung der Transaktionen” bei gleichzeitiger „Senkung der Transaktionskosten”. Da sich ferner durch mobile, digitale Kommunikation die Möglichkeit ergibt, Informationen aller Art in Sekundenschnelle an vielen verschiedenen Orten abzurufen, treffen sich Angebot und Nachfrage immer öfters in digitalen Medien oder virtuell.

Aufgrund dessen lesen viele von uns heutzutage nicht nur die Nachrichten im Internet, sondern erledigen außerdem unzählige Bank- und Kaufgeschäfte online. Hierbei entwickeln sich grenzüberschreitende Märkte, die eine Art ‚Entörtlichung’ der wirtschaftlichen Aktivitäten nach sich ziehen. Zusätzlich entstehen neue Wirtschaftsformen, Geschäftsmodelle und digitale Wege des Wirtschaftens.

Durch Internet-Tauschbörsen, Dienstleistungen via App (neben einer Vielzahl weiterer Onlineangebote) und zum Beispiel durch die Aussicht, mit Hilfe eines 3D-Druckers eigene Produkte zu fertigen, verschwimmen die Grenzen zwischen Produzent und Konsument, abhängiger Arbeit und Selbstständigkeit sowie zwischen öffentlichen und privaten Gütern. All diese Aspekte unterstreichen die sich infolge des digitalen Wandels vollziehenden Transformationen in der Wirtschaftswelt. Selbstverständlich haben die Veränderungen auch das verarbeitende Gewerbe erreicht.

Eine weitere ‚Industrielle Revolution’ ?

In der Industrie stellt man sich zukünftig auf eine intensive Verknüpfung von Produktion mit hochmodernen Informations- und Kommunikationstechniken ein. Genau um diese Verzahnung und die Automatisierung der Produktion drehen sich das von der deutschen Bundesregierung initiierte Zukunftsprojekt und die gleichnamige Forschungsplattform Industrie 4.0.

Mit Blick auf den Namen erwartet man nicht weniger als eine vierte ‚Industrielle Revolution’. Doch ist eine Revolutionierung der Industrie in absehbarer Zeit vorstellbar ? Antworten auf diese Frage geben möglicherweise einige vielversprechende Konzepte für eine vernetzte industrielle Fertigung und eine so genannte smart factory.

Solche Konzepte haben insbesondere für den Industriestandort Deutschland eine große Bedeutung. Merkmale der digitalisierten Fabrik der Zukunft sind laut IFS – einem global operierenden Anbieter von Business Software – eine veränderte Unternehmenskultur, eine flexiblere Anpassung an neue Marktanforderungen und Kooperationen mit Universitäten. Interessanterweise zeichnen sich zukünftige Fertigungsunternehmen daneben durch eine stärkere Lokalisierung oder Ausdifferenzierung in mehrere, kleinere Standorte aus, damit lokale Ressourcen schneller zugänglich sind.

Die Potentiale der Regionen in einer digitalisierten Welt

Trotz einer voranschreitenden Entörtlichung der Arbeit und einer Verlagerung der wirtschaftlichen Aktivitäten in Netzwerke und digitale Medien bleiben Regionen einschließlich Kommunen in einer digitalisierten Welt wichtig. Beispielsweise verweist Tim Cole in seinem Buch Digitale Transformation (2015) unter Einbeziehung von Studien auf die noch immer existierende Bedeutsamkeit der Distanz und des lokalen oder regionalen Standortes beim Online-Handel.

Cole erwähnt darüber hinaus die zunehmende Regionalisierung sowie Verstädterung der Wirtschaft im Kontext einer gegenwärtigen Urbanisierungswelle. Diese Prozesse sorgen für große logistische Herausforderungen.

Um die Attraktivität der Regionen zu steigern, benötigt man flexible, auf die Zukunft ausgerichtete Rahmenbedingungen für die Entwicklung von neuartigen Berufsbildern, Dienstleistungen, Geschäftsmodellen und innovativen Start-up-Unternehmen. Andere entscheidende Faktoren sind die Bereitschaft zu neuen Kollaborationsformen zwischen Unternehmen untereinander sowie Kooperationen zwischen wirtschaftlichen Organisationen und gesellschaftlichen Gruppen. Als förderlich erweisen sich sicherlich auch digitale Plattformen zum Austausch oder zur Weiterbildung und Netzwerkaktivitäten in der realen wie virtuellen Welt.

Schließlich sollten die regionalen Unternehmen günstige Arbeitsbedingungen für die verschiedenen wirtschaftlichen Akteure schaffen, so dass es möglich ist, gegebenenfalls Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, sich den (langen) Arbeitsweg zu sparen und / oder vom Wohnort aus zu arbeiten. Zu den Zielen sollte außerdem die Erzeugung einer produktiven Arbeitsatmosphäre (z.B. Coworking Spaces) gehören. Grundvoraussetzungen dafür sind – abgesehen von kreativen Strategien und veränderungswilligen Menschen – eine adäquate physisch-technische Infrastruktur und ein schneller Zugang zu leistungsfähigem Internet.

Zitierte und weiterführende Quellen:

Brynjolfsson, Erik u. Andrew McAfee: The Second Machine Age. Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird. Kulmbach: Börsenmedien AG 2014. 

Cole, Tim: Digitale Transformation. Warum die deutsche Wirtschaft gerade die digitale Zukunft verschläft und was jetzt getan werden muss!. München: Verlag Franz Vahlen 2015.

Kaczorowski, Willi: Die smarte Stadt – Den digitalen Wandel intelligent gestalten. Stuttgart (u.a.): Richard Boorberg Verlag 2014. 

Oermann, Nils Ole: Wirtschaftsethik. Vom freien Markt bis zur Share Economy. München: Verlag C.H. Beck 2015. 

Ritter, Helge: Möglichkeitenräume der Oberflächenwelt. Interview mit dem Koordinator des CITEC an der Universität Bielefeld. In: Wachstum im Wandel. Chancen und Risiken für die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft. Hg. v. Bertelsmann Stiftung. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 2016. S. 116-127. bes. S. 121.

 

‚Scientist‘: Der englische Begriff für ‚Naturwissenschaftler‘ – Eine Wortschöpfung aus dem 19. Jahrhundert

Im Jahre 1833 prägte der englische Universalgelehrte William Whewell den englischen Begriff für (Natur-)Wissenschaftler scientist in Analogie zu dem Wort artist (dt. Künstler).

Bereits im Mittelalter lässt sich der Begriff science im Englischen nachweisen. Der Begriff  science – den man ja heute mit ‚(Natur-)Wissenschaft‘ ins Deutsche übersetzt – leitet sich vom lateinischen Wort scientia ab, was soviel wie ‚Wissen‘ bedeutet.

Im Gegensatz zu science erschien das Wort scientist als Bezeichnung für ‚(Natur-)Wissenschaftler‘ erst relativ spät in der englischen Sprache – nämlich im 19. Jahrhundert. Verwendet wurde es erstmalig von dem englischen Universalgelehrten William Whewell (1794-1866). Er war Astronom, anglikanischer Priester, Autor sowie Wissenschaftshistoriker und Wissenschaftsphilosoph. Der Begriff fiel zum ersten Mal auf einem Treffen der British Association for the Advancement of Science (BAAS) im Jahre 1833.

An diesem Treffen nahmen unter anderem Whewell und der Dichter Samuel Taylor Coleridge (1772-1834) teil. Einer der Diskussionspunkte war der merkwürdige Umstand, dass noch keine geeignete Bezeichnung für ‚Männer‘ existierte, die sich dem systematischen ‚Studium‘ oder der Untersuchung der Natur widmeten (Anmerkung: Zu dieser Zeit gab es nicht so viele ‚Studentinnen der Natur‘.).

Whewell berichtete von diesem Treffen und dieser Diskussion in seiner anonym erschienenen Rezension zu Mary Somervilles Wissenschaftsbuch On the Connexion of the Physical Sciences (, welches sich im 19. Jahrhundert übrigens sehr gut verkaufte):

„Es gab keinen allgemeinen Begriff, mit dem sich diese Herren selbst in Bezug auf ihre Aktivitäten beschreiben konnten. Der Begriff ‚philosophers‘ wurde als eine zu weitreichende und zu hochtrabende Bezeichnung empfunden, und dieser wurde von Mr. Coleridge, sowohl in seiner Eigenschaft als Philologe als auch als Metaphysiker,…untersagt;…ein geistreicher Gentleman schlug vor, dass sie in Analogie zu ‚artist‘ die Wortneuschöpfung ’scientist‘ bilden könnten,… wenn wir schon solche Worte wie ’sciolist‘, ‚economist‘ und ‚atheist‘ haben – doch dies wurde nicht allgemein angenommen…“ (Anmerkung: Whewells Rezension erschien in The Quarterly Review 51.1 (1834): 54-68. Der zitierte bzw. übersetzte Teil findet sich im Original auf Seite 59. Die Anführungsstriche bei den englischen Begriffen stammen von mir.)

Der erwähnte ‚geistreiche‘ (oder ‚erfindungsreiche‘) Gentleman war William Whewell selbst.

Laut diesen Zeilen prägte er das Wort scientist in Analogie zu artist (dt. Künstler). Interessanterweise kann diese Analogie – bis zu einem gewissen Grad – im Zusammenhang mit den Schauerromanen des 19. Jahrhunderts wie Mary Shelleys Frankenstein (1818) hergestellt werden.

Wenn man berücksichtigt, dass man einen Künstler generell als kreative Person oder manchmal sogar als eine Art „Schöpfer“ bezeichnen kann, scheint der Hauptcharakter Victor Frankenstein durch sein ‚Geschöpf‘ – Frankensteins Monster – das Motif des ‚Wissenschaftlers als Gott‘ anzudeuten. Schließlich verkörpert Frankenstein nicht nur den ‚verrückten Wissenschaftler‘, sondern auch den ‚tragischen Künstler‘ oder den ‚Gott, der keiner ist‘.

Kehren wir aber zu Whewell zurück. Obwohl sein Vorschlag auf dem Treffen nicht auf allgemeine Anerkennung stieß, verwendete er den Begriff scientist in seinen Büchern. Bald darauf setzte dieser sich dann durch.

Quellen: 

Gimbel, Steven (Hg.): Exploring the Scientific Method. Cases and Questions. Chicago u. London: The University of Chicago Press 2011.

Hannam, James: God’s Philosophers. How the Medieval World Laid the Foundations of Modern Science. London: Icon Books 2009. 

Harrison, Peter, Ronald L. Numbers u. Michael H. Shank: Introduction. In: Wrestling with Nature. From Omens to Science. Hrsg. v. ders.: The University of Chicago Press 2011. S. 1-7.

Haynes, Roslynn: From Faust to Strangelove. Representations of the Scientist in Western Literature. Baltimore: Johns Hopkins University Press 1994.

Wagner, Sven: The Scientist as God. A Typological Study of a Literary Motif, 1818 to the Present. Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2012. 

The English word ‚Scientist‘ – A Nineteenth-Century Coinage

In 1833 the English polymath William Whewell coined the term scientist in analogy with the word artist

As early as the Middle Ages, the term science came into English. Science is derived from the Latin word scientia, which means ‚knowledge‘. In contrast to science, the term scientist appeared relatively late – namely, in the nineteenth-century. Actually, it was used for the first time by the English polymath, astronomer, Anglican priest, notable author and historian as well as philosopher of science William Whewell (1794-1866) during a meeting of the British Association for the Advancement of Science (BAAS) in 1833.

At this meeting Whewell and the poet Samuel Taylor Coleridge (1772-1834) took part among others. One of the points for discussion was the curious fact that there was no suitable name for ‚men‘ who were committed to the systematic study of nature. (Note: In those days, there were not many female ’students of nature‘.) Whewell reported on this discussion in his anonymous review of Mary Somerville’s best-selling science book On the Connexion of the Physical Sciences:

„There was no general term by which these gentlemen could describe themselves with reference to their pursuits. Philosophers was felt to be too wide and too lofty a term, and this was very properly forbidden by Mr Colridge, both in his capacity of philologer and metaphysician;…some ingenious gentleman proposed that, by analogy with artist, they might form scientist, and added that there could be no scruple in making free with termination when we have such words as sciolisteconomist, and atheist – but this was not generally palatable…“ (Note: Whewell’s review was published in The Quarterly Review 51.1 (1834): 54-68. This part is on page 59.)

The mentioned ‚ingenious gentleman‘ was, of course, William Whewell himself.

According to these lines, Whewell coined the word scientist in analogy with the term artist. Interestingly enough, this analogy might be seen, to a certain extent, in some famous works of Gothic fiction of the nineteenth-century like Mary Shelley’s Frankenstein (1818).

If you take into account that an artist can be regarded as a creative person or a ‚creator‘, the main character, Victor Frankenstein, seems to indicate „the scientist-as-God motif“ because of his ‚creation‘, Frankenstein’s monster. Eventually, Frankenstein, in a way, embodies not only ‚the mad scientist‘ but also a ‚tragic artist‘ or ‚god that failed‘.

However, let’s return to William Whewell. Although his suggesting was not generally accepted at the meeting of the British Association for the Advancement of Science, he employed the term scientist in his books and it soon gained acceptance.

Sources:

Gimbel, Steven. Ed. Exploring the Scientific Method: Cases and Questions. Chicago and London: The University of Chicago Press, 2011.

Hannam, James. God’s Philosophers: How the Medieval World Laid the Foundations of Modern Science. London: Icon Books, 2009. 

Harrison, Peter, Ronald L. Numbers, and Michael H. Shank. „Introduction.“ Wrestling with Nature: From Omens to Science. Eds. Peter Harrison, Ronald L. Numbers, and Michael H. Shank. Chicago and London: The University of Chicago Press, 2011. 1-7.

Haynes, Roslynn. From Faust to Strangelove: Representations of the Scientist in Western Literature. Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1994.

Wagner, Sven. The Scientist as God: A Typological Study of a Literary Motif, 1818 to the Present. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2012. 

Subjectivism and Marginal Utility Shouldn’t Be Marginalized in Economics

This entry will illustrate the subjective value theory and the theory of marginal utility, which are very important in economics. 

„Oh, you’re subjective! Be objective.“

„This is just your subjective opinion.“

These or similar statements are commonly used expressions. In this connection, the word ’subjective‘ has a negative connotation.

When we, for example, accuse a person of having a subjective opinion, we think that this person’s judgement is affected by personal views, feelings, prejudices and/or non-factual interpretations. The opposite is, of course, an objective opinion that is perceived to be based on facts or factual observations.

The term ’subjectivism‘ can be found in relation to philosophy and ethics. Among other issues, we come across the following definitions in The Cambridge Dictionary of Philosophy (1995/1999):

„‘Ethical subjectivism’ usually means the doctrine that ethical statements are simply reports on the speaker’s feelings (though, confusingly enough, such statements may be objectively true or false).“ (p. 284)

In terms of „relativism, the denial that there are certain kinds of universal truths…subjectivism…maintains that individual choices are what determine the validity of a moral principle. Its motto is, Morality lies in the eyes of the beholder.“ (p. 790).

„(S)ubjectivism, any philosophical view that attempts to understand in a subjective manner what at first glance would seem to be a class of judgments that are objectively either true or false – i.e., true or false independently of what we believe, want, or hope.“ (p. 885)

Judging from these quotations, subjectivism in philosophy and ethics emphasizes the individual’s feelings as well as his/her (subjective) perspective concerning moral principles, ethical statements and judgements. Unlike these ethical judgements, subjective, aesthetic judgements are triggered by individuals‘ responses of pleasure or displeasure.

In economics the term refers to the ’subjective theory of value‘ / ’subjective value theory‘. This theory was first developed by the Austrian economist Carl Menger, the English economist William Stanley Jevons and the French mathematical economist Léon Walras in the late 19th century.

‚It’s Up to the Consumers‘ – The Subjective Theory of Value

According to the subjective theory of value (-> here is another article about this theory), acting subjects or individuals carry out assessments, which are, in turn, expressed by their economic (trans-)actions. As consumers we are, of course, acting subjects.

We as consumers or acting subjects, thus, assess the value of a good. Correspondingly, we conceive of its utility as subjective, deciding for ourselves what is useful.

That means, determining factors for the value and the utility of goods are primarily neither any amount of labour that is required for the production of the good nor any third party observers who declare one good to be more important or useful than another. Likewise, a good’s inherent quality only plays – if at all – a subordinate role. What is crucial for the subjective value theory are the consumers‘ subjective views and demands.

Besides a variety of demands, we as consumers generally have numerous and subjective goals. In order to achieve our desired ends, we choose means and evaluate the suitability of the chosen means. Such an evaluation depends on how much we value particular aims.

‚Why Do People Dive for a Gold Treasure ?‘ – The Importance of a Market System

However, the means do not determine our goals as the following example demonstrates: a hidden gold treasure in the sea is not valuable because humans or a particular person  dive for it but because gold is valuable for many people. At this point, we need to be aware of the basic principles of a market (economy).

We can basically define a (free) market economy as the ‘collection of (voluntary) exchanges between buyers and sellers’. The famous Austrian economist Friedrich August von Hayek suggested the neologism ‘catallaxy’ as a name for ‘the order of the market which spontaneously forms itself’. It comes from the Greek verb ‘kattallattein’ and means in English ‘to exchange’, ‘to admit into community’ and ‘to change from enemy into friend’.

Accordingly, economic phenomena, in the narrower sense, emerge, when people on a market interact with each other or with strangers and, in this way, prefer exchange to violence since they recognize exchange as an activity for their mutual benefit. People, strictly speaking, expect to gain (subjective) benefits from exchanging their property and other goods with one another.

Let’s return to our example of the gold treasure. Although this person might have various different reasons to dive for the treasure, within the framework of a market or an exchange system he/she is certainly driven by an additional motivation. Because of the fact that many other people subjectively value gold, the possession of the gold treasure enables him/her to offer it in the expectation to receive an appropriate compensation or a valuable consideration.

‚It All Boils Down to the Resulting Product‘ – The Priority of Production Results and the Prior Relevance of Judgements by Acting Subjects

Moreover, within the framework of a market the utility we expect of a good or service is normally independent of production costs or efforts. On a market – where we usually encounter strangers – we rather prioritize production results. For instance, when you do not like a particular dish, your are hardly interested in how long the cook took to prepare it and how many ingredients he/she used.

Taste is subjective but not arbitrary. Despite various moods and other unpredictable/unknown factors we can frequently predict what human beings like or need since our predictions are based on experiential expectations. Nonetheless, the only primarily relevant judgement of taste is the one the acting subject makes.

This subjectivity/subjectivism makes economics difficult. We cannot look into people’s mind. Yet, we have one advantage: We can look into our own mind to see that we are not objects that are controlled from outside but subjects that are in control of our actions.

As mentioned above, the basis for each consumer’s demand is what he/she subjectively needs and subjectively considers useful. Apart from this, consumers not only make subjective judgements about goods and services as such but also about goods and services in particular situations. For the consumer a specific good or service is in some situations more useful than another good (or service), though he/she regards the latter in general as valuable.

Consequently, the subjective judgement about utility varies, even for the same consumer, whose judgement is affected, amongst other aspects, by what and how much he/she already possesses. In this context, we will now address related issues – marginalism and marginal utility. Like subjectivism, marginal utility should not be marginalized in economics.

‚Everything But Marginal‘ – The Meaning of Marginal Utility

Marginalism is an economic theory or perspective that centers around the ‚margin‘ of economic activities, changes and dynamics. The theory, roughly speaking, tries to explain the difference in the value of goods and services by pointing to their incremental or marginal utility.

With regard to this theory, the total utility does not take centre stage. Instead of comparing, for instance, entire classes of goods against one another, people rather value goods unit by unit. Hence, marginal utility represents the subjective amount of satisfaction or the subjective enjoyments you get when you possess, consume or use an additional unit of a good or a service.

Marginal utility, to put it more precisely, is actually the utility of the relevant unit of goods that is decisive for an economic action. Mostly, this relevant unit is the last one that is added to a particular volume of goods or the first one of a specific volume of goods that is given up.

Regardless of whether we place a high value on water as such or have never thought about this, the marginal utility of your first or sometimes another glass of water is higher, if you are thirsty. By contrast, after the first glass of water diminishes your thirst, the marginal utility of additional glasses of water is, needless to say, lower.

Broadly speaking, marginal utility decreases dependent on how much we have of a specific good. To clarify this with another example, imagine a farmer who harvests wheat. If he/she is not in possession of any wheat, the first sack of wheat has a high significance for the farmer because it might save him/her from starvation. Then, if the farmer’s survival is guaranteed, he/she can use the rest of the wheat for other purposes.

Whereas the first sack of wheat helps the farmer survive (or, in other words, achieve the most important aim), additional sacks of wheat give him/her the possibility to reach less important goals. For instance, by storing the other units of wheat, the farmer can make provisions for the future. Or, he/she might decide to exchange the last unit/s of wheat – which is/are added to the total amount of wheat – for a unit of a new and different good that has a higher value for him/her.

These examples of the bottles of water and the farmer’s sacks of wheat illustrate the law of diminishing marginal utility: if the total quantity of a good increases, the marginal utility of a successive unit or the last added unit of this good diminishes. As early as the 19th century the German economist Hermann Heinrich Gossen (1810-1858) summed this up in the first of his laws of economics:

Gossen’s First Law: “The amount of one and the same enjoyment diminishes continuously as we proceed with that enjoyment without interruption, until satisfaction is reached.”

After the presentation of the law of diminishing marginal utility or Gossen’s First Law, we will turn to the ‚water-diamond paradox‘ which is repeatedly brought up in relation to marginal utility.

‚Where Are Our Priorities ?‘ – The Water-Diamond Paradox

The water-diamond paradox deals with the different values of water and diamonds or a diamond. At first glance, questions regarding their value in use and questions of where our priorities are seem easy to answer. In contrast to mere luxury items like diamonds, water is vital for life.

Paradoxically, as far as their value in exchange is concerned, a bottle of water has a low price tag and water is served for free in restaurants, while diamonds are very high-priced. Simply put, the water-diamond paradox results from the difference between two ways to ‚measure‘ the value of goods and items – the distinction between value in use and value in exchange.

Economists explain this paradox by means of water’s and diamonds‘ marginal utility. That is, in normal life we do not face the tradeoff of the total utility of water versus the total utility of diamonds, or we never have to choose between all the existing water and all the existing diamonds. If this was the case, our priorities would be clear: we would undoubtedly pick the water.

The point that matters is the incremental or marginal utility of, for instance, having either another bottle of water or another carat of a diamond, irrespective of their value in use. When we look at the real world, there is a plentiful supply of water so that a bottle of water can be replaced easily.

A different situation appears in terms of diamonds since, as opposed to water, these objects are far, far more scarce. It is altogether tremendously difficult (and costly) to replace a diamond ring. Therefore, compared to another bottle of water the marginal utility of another carat of a diamond is greater. Simultaneously, the scarcity of diamonds accounts for diamonds‘ high value in exchange or their high market price.

We can also apply these principles to the ‚value‘ of products and the ‚value‘ of labour. Some people might complain about the fact that the latest gaming console is far more expensive than, say, a copy of the Holy Bible or the fact that a professional athlete often earns millions, whereas, for example, a math teacher receives a much smaller salary.

Such people might additionally ask the question of where our priorities lie. This question refers to moral values and/or the ’social value‘. Nevertheless, it leaves out the value in exchange as well as the concept of marginal utility.

All in all, it is easier to replace copies of Holy Bibles and math teachers than gaming consoles and professional athletes, who may be responsible for boosting ticket sales or increasing advertising revenue. Our choice in the real world is not between the total utility of gaming consoles and the total utility of Holy Bibles or between all the professional athletes and all the math teachers. We all should take this into account.

Sources:

I used introductory books by the American economists Robert P. Murphy and Thomas Sowell as well as books by the Austrian economist and philosopher Rahim Taghizadegan. The examples are taken from their works. Apart from these books, the above mentioned The Cambridge Dictionary of Philosophy and a book by Stephen Gaukroger about objectivity were helpful. 

 

 

Simon de Montfort – ‚The Father of Parliament‘

On the 20th of January, 753 years ago, Simon de Montfort (1208-65), 6th Earl of Leicester, summoned a parliament to meet at Westminster Hall. Historians have traditionally regarded that assembly as the first English Parliament or the first session of Parliament, even though the origins of Parliament can be traced back to the 12th century, when King’s councils were held.

However, King’s councils and previous assemblies had been, so to speak, elite gatherings between the King, barons, bishops and the King’s chosen advisors. What was particularly striking about de Montfort’s parliament was that he invited directly elected representatives (i.e. knights and burgesses) from every shire and major town in England. De Montfort’s parliament, thus, not only represented a unique event in Europe at that time but also a turning point for democracy.

We can justly claim that on the 20th of January 1265 the House of Commons was born. Correspondingly, Simon de Montfort deserves the title of ‚Father of Parliament‘. Although this event constituted a milestone for British democracy, it is not well-known. The same is true for the key character.

A Controversial Figure – A Few Notes on Simon de Montfort

Ever since the Frenchman Simon de Montfort has been a controversial figure. Some have praised him as a hero, or more than a hero. For instance, he has sometimes been treated as a ‚political saint‘ and a ‚martyr for justice‘.

Others have viewed him in a more negative light. According to the English medieval historian F.M. Powicke (1879-1963), for example, he was a stubborn fanatic and a political crusader. The Dictionary of British History closes the entry about Simon de Montfort with the following lines:

„What does seem clear is that Simon was no great radical or social reformer. Rather, he accepted the social order of his day and took support from whatever quarter he could.“ (p. 444)

‚Doing God’s Work‘

Simon de Montfort, nevertheless, remains an important historical figure. At the battle of Lewes between the armies of de Montfort and King Henry III in 1264, his forces, though outnumbered, defeated the royal army. Afterwards, both King Henry and his heir, the Prince of Wales (the future King Edward I), were taken prisoner. Therefore, Earl Simon de facto became the most powerful man in England, calling the extraordinary January Parliament in 1265.

In the same year, he was eventually beaten by royalist forces at the battle of Evesham. Here the victorious royalists killed him and dismembered his body. Despite the fact that he was trapped, he did not flee since he had a rigid discipline.

Generally speaking, he was convinced that he was doing God’s work. Apart from this, a BBC article states as follows:

„He was strongly influenced by churchmen who taught that great men should be concerned with the poor and that a ruler should benefit wider society. In his will of 1259, he admitted to having concerns that he may have oppressed peasants on his lands.“

The site of his death, appropriately enough, turned into a place of pilgrimage for ordinary people.

In addition to the ‚Dictionary of British History‘ and the BBC article ‚Simon de Montfort: The turning point for democracy that gets overlooked‘, Daniel Hannan’s excellent book ‚How We Invented Freedom & Why It Matters‘ (2013) and the 2nd episode of the BBC documentary ‚Michael Wood’s The Story of England‚ (2010; approx. 34:00-47:30) were very helpful.